Soziale Arbeit: Wie lange funktionieren wir noch? Zwischen Elendsverwaltung & politischem Mandat

Veranstaltungsreihe zur sozialen Gerechtigkeit in Hamburg
Dienstag, den 21. November 2017 von 17:30 – 19:30 Uhr
Tagesaufenthaltsstätte Bundesstraße 101

Mitarbeitende der Sozialen Arbeit wissen, dass sie es in ihrer Arbeit mit gesellschaftlich und politisch hergestellten Lebensverhältnissen zu tun haben. Sie können diese Verhältnisse mit guten Gründen als ungerecht bewerten. Und sie können feststellen, dass die Menschen, die sie beraten oder begleiten, hartnäckigem Mangel in wichtigen Lebensbereichen unterworfen sind: Wohnung, Arbeit, Einkommen, Zugang zu Sozialleistungen und Angeboten Sozialer Arbeit. Weiterlesen

Rückblick Podiumsdiskussion des dbb hamburg

Die gestrige Podiumsdiskussion des dbb hamburg zu den Themen „Halbzeit der 21. Wahlperiode der Hamburgischen Bürgerschaft“ sowie „Endstand nach der Bundestagswahl“ hat für einige Überraschungen gesorgt.
Auf Befragen des wiederum souverän agierenden Moderators Hebert Schalthoff, was aus Sicht der Parteien in Hamburg bislang gut gelaufen ist und was verbesserungsfähig wäre, verwies der CDU-Fraktionsvorsitzende André Trepoll darauf, dass sowohl die Olympia-Bewerbung als auch die Elbvertiefung und der G 20-Gipfel alles andere als gut gelaufen seien, sondern Hamburg einen zweifelhaften Ruf eingebracht hätten. Zuweilen hätte man den Eindruck, dass der Senat sehenden Auges in die Katastrophen laufen würde. Weiterlesen

Hamburger Appell: Einigt Euch – Integration gemeinsam schaffen!

dbb hamburg: Beide Seiten müssen aufeinander zugehen!

Hamburger Appell Einigt EuchZu dem des erst vor kurzem ins Leben gerufenen Unterstützerkreis „Hamburger Appell – Integration gemeinsam schaffen!“ gehört auch der dbb hamburg. Bei einem gemeinsamen Pressegespräch am 06.07.2016 in der Patriotischen Gesellschaft appellierten alle anwesenden Unterstützer an die Volksinitiative „Hamburg für gute Integration“ und an die Politik alle Differenzen schnellstmöglich beizulegen, um endlich Klarheit über das weitere Vorgehen im Hinblick auf gute Integration der Flüchtlinge zu schaffen.
Mit Drucksache 21/ 3579 hatte die Bürgerschaftspräsidentin festgestellt, dass die Volksinitiative die erforderlichen 25.000 Unterschriften dem Bürgermeister überreicht hätten. Zu den Kernforderungen der Volksinitiative gehören z.B. die maximale Belegung von Folgeunterbringungseinrichtungen und Wohnbauvorhaben mit nicht mehr als jeweils 300 Flüchtlingen, die Verweildauer in den Erstaufnahmeeinrichtungen soll nicht länger als 2 Monate dauern und zwischen allen Standorten mit mehr als 100 Flüchtlingen soll ein Mindestabstand von 1000 Metern Luftlinie gewahrt bleiben. Nur so könne man eine erfolgreiche Integration bewerkstelligen.
Die rot-grüne Regierungsfraktion und die Volksinitiative hatten sich gerade am letzten Wochenende zu letzten intensiven Gesprächen zusammengefunden, am 13.07.2016 wird das Thema (angemeldet durch die SPD-Fraktion) in der aktuellen Stunde der Bürgerschaftssitzung debattiert.
Der Unterstützerkreis des „Hamburger Appells“ befürchtet bei einem Scheitern der Verhandlungen eine monatelange öffentliche Konfrontation und eine Spaltung der Stadt in der Frage, ob man für oder gegen Flüchtlinge „Das scheint alles ein wenig zu kurz gesprungen zu sein, denn Integration hört nicht bei Größenkapazitäten der Unterbringung oder bei räumlicher Entfernung der Unterbringungen auf, sondern gute Integration muss alle Lebensbereiche umfassen. Jede Seite muss nun ihre emotionalen und persönlichen Befindlichkeiten zurückstellen und einen demokratischen Kompromiss finden. Als gutes Beispiel für demokratische Kompromisse seien einmal die jährlich stattfindenden Tarifverhandlungen genannt. Hier liegen die Verhandlungspositionen zu Anfang oft meilenweit auseinander und doch sind wir immer zu Einigungen gekommen, die für alle Seiten annehmbar sind. Und die Verwaltung braucht klare und gute Entscheidungen der Beteiligten, um die dann folgenden Vorgaben für die Flüchtlingsthematik und Integration schnellstmöglich umsetzen zu können. Bei allem Verständnis für Volksabstimmungen etc… ein monatelanger Schwebezustand nutzt tatsächlich niemanden,“ so dbb Landeschef Rudolf Klüver.

Hamburg, 11.07.2016

V.i.S.d.P.: Rudolf Klüver, Tel. 0151/ 4650 28 03

Anwaltschaftliche Vertretung für Kinder und Jugendliche an der Jugend- und Familienministerkonferenz

Foto (DBSH Saar) von links nach rechts: Matthias Heintz (Bündnis), Ministerin Monika Bachmann, Dr. Claudia Wiotte Franz (2. DBSH Landesvorsitzende), Bundesministerin Manuela Schwesig, Heidi Bauer Felbel (Vertreterin des DBSH im Bündnis) und Wilfried Nodes (Bündnis)

Foto (DBSH Saar) von links nach rechts:
Matthias Heintz (Bündnis), Ministerin Monika Bachmann, Dr. Claudia Wiotte Franz (2. DBSH Landesvorsitzende), Bundesministerin Manuela Schwesig, Heidi Bauer Felbel (Vertreterin des DBSH im Bündnis) und Wilfried Nodes (Bündnis)

Der DBSH Landesverband Saarland, vertreten durch die 2. DBSH Landesvorsitzende Dr. Claudia Wiotte-Franz und das Bündnis Kinder- und Jugendhilfe, vertreten durch Heidi Bauer-Felbel (entsendet vom DBSH Bund ins Bündnis für Kinder- und Jugendhilfe) sowie Matthias Heintz und Wilfried Nodes (beide Vertreter des Bündnisses Kinder- und Jugendhilfe) wurden von der amtierenden Vorsitzenden der Jugend- und Familienministerkonferenz, der saarländischen Ministerin für Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie, Frau Monika Bachmann sowie der Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Frau Manuela Schwesig herzlich empfangen. Bereits im Vorfeld wurde die Aktion vom DBSH Landesverband Saar durch Dr. Claudia Wiotte-Franz entsprechend mit den Gremien und Zuständigen vorbereitet.

Frau Ministerin für Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie Monika Bachmann sprach auf Grund der fehlenden Zeit eine Einladung zu einem weiteren Treffen ins Ministerium aus, um die Positionen des DBSH sowie das Memorandum des Bündnisses für Kinder- und Jugendhilfe diskutieren zu können. Dazu bat sie, Frau Dr. Claudia Wiotte-Franz einen Termin zwischen den Akteuren zu koordinieren.

Perl, den 21.05.2015

Sparpolitik bremst Soziales aus – Zwischenruf des Bundesvorsitzenden

Liebe Kollegen_innen,
csm_RKLeinenbach_68cffb5fd9„Demokratie ist mehr als eine parlamentarische Regierungsform, sie ist eine Weltanschauung, die wurzelt in der Auffassung von der Würde, dem Wert und den unveräußerlichen Rechten eines jeden einzelnen Menschen. Eine echte Demokratie muss diese unveräußerlichen Rechte und den Wert eines jeden einzelnen Menschen achten im staatlichen, im wirtschaftlichen und kulturellen Leben. Wer wirklich demokratisch denkt, muss Achtung vor dem anderen, vor dessen ehrlichen Wollen und Streben haben.“ (Konrad Adenauer, Erinnerungen 1945-1953, Stuttgart 1965)

Diesen Zwischenruf beginne ich mit einem Zitat von Konrad Adenauer über die Bedeutung der Demokratie, scheint diese doch in der heutigen Zeit einem Wertewandel zu unterliegen. Schauen wir doch einmal exemplarisch auf einige Gebiete. Weiterlesen

Rote Karte Aktion des DBSH

Rote KarteWo immer soziale Leistungen wie Betreuung, Beratung, Bildung, Erziehung oder Pflege erforderlich werden, leisten gut ausgebildete, verantwortungsbewusste Profis aus sozialen, pädagogischen und pflegerischen Berufen unersetzliche Arbeit für die Gesellschaft und für die Menschen, die diese Leistungen nutzen.

Stets lauter werden die Rufe aus Politik und Wirtschaft nach Sparmaßnahmen auch im sozialen Bereich. Obwohl viele soziale Einrichtungen, Dienste und Organisationen effizient, engagiert und unbürokratisch arbeiten. Doch Träger und Behörden haben begonnen, auch dort zu sparen, wo der Kern ihrer sozialen Leistungsfähigkeit entsteht: Beim guten Fachpersonal.

Der Deutsche Berufsverband für Soziale Arbeit (DBSH) warnt in seiner „Saarbrücker Erklärung“ angesichts der fortgesetzten Kürzungen bei sozialen Leistungen und Diensten vor einer wachsenden Spaltung der Gesellschaft. Stattdessen fordert der Verband von der Politik ein wirkliches „Armutsbekämpfungskonzept“ und eine solidarische Beteiligung der Bezieher von höheren Einkommen und von Unternehmen an den Sozialkosten. Um dies durchzusetzen, müsse die Soziale Arbeit politischer werden, so der 1. Vorsitzende des DBSH, Michael Leinenbach: „Es ist ethische Verpflichtung der Profession sich für soziale Gerechtigkeit einzusetzen“.
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DBSH mahnt die Gesellschaft zur Besonnenheit und fordert die Ablehnung jeglicher Diskriminierung und Gewalt

DBSHIn der aktuellen deutschen und europäischen gesellschaftlichen Debatte zu sozialen Fragestellungen und eines möglichen Rechtsruckes in unserer Gesellschaft mahnt der Deutsche Berufsverband für Soziale Arbeit (DBSH) die Politik aber auch die Bevölkerung zur Besonnenheit und fordert die Ablehnung jeglicher Diskriminierung und Gewalt. Der DBSH sieht in den derzeitigen gesellschaftlichen Protestbewegungen und Reaktionen den Ausdruck von Ängsten. Ursache für diese sind aus Sicht des DBSH die bereits seit Jahren vorherrschende einseitige Orientierung aller Maßnahmen an Wirtschaftlichkeit und der gleichzeitige Abbau von Sozialen Leistungen für die Bürger_innen.
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Eine Stadt sieht rot!

Kinderschutz in Gefahr

Gut fünf Monate nach dem tragischen Tod der kleinen    Yagmur laufen in Hamburg Bemühungen auf   Hochtouren, den Kinderschutz zu verbessern.

Neben der Einrichtung des Parlamentarischen   Untersuchungsausschuss werden mit hoher Frequenz    neue Maßnahmen entwickelt, die das Ziel haben, einen     weiteren Fall Yagmur (Chantal, Lara-Mia, Kevin,   Jessica,…) zu verhindern. Aufbauend auf den   identifizierten Fehlern werden auf mehreren Ebenen   Verabredungen getroffen und neue Richtlinien entwickelt. Umgesetzt werden müssen diese in erster Linie durch die Fachkräfte in den Allgemeinen Sozialen Diensten (ASDs) der Jugendämter der sieben Hamburger Bezirke. So sollen die Fachkräfte in Zukunft noch mehr und noch verbindlicher als bisher mit anderen Diensten und Institutionen kooperieren. Zu nennen sind Familiengerichte, Kinderärzte, Rechtsmedizin, Kindertagesstätten, Staatsanwaltschaft und weitere. Fachliche Entscheidungen der SozialarbeiterInnen und SozialpädagogInnen der ASDs werden durch mehrere Ebenen hindurch kontrolliert, in Frage gestellt und /oder revidiert. Anforderungen an Dokumentation und Einhaltung aller Vorgaben werden schärfer als je formuliert und kontrolliert. Zusätzliche Ressourcen stehen bislang nicht zur Verfügung, wobei allseits bekannt ist, dass die ASDs schon jetzt am Rande des Kollapses stehen.

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Kinderschutz – eine Sau wird durchs Dorf getrieben

© Jan Jansen - Fotolia.com

Tragischerweise ist es in Hamburg am 18. Dezember 2013 wieder zum Tod eines Kindes gekommen.
Yagmur wurde offenbar von ihrem Vater so stark misshandelt, dass sie an den Folgen gestorben ist.
Natürlich stellt sich unmittelbar die Frage, warum Yagmur trotz laufender Ermittlungen gegen die Eltern an diese zurückgegeben wurde, nachdem sie die ersten zwei Lebensjahre bei einer Pflegefamilie lebte.

In der Nachschau werden sich die an den Entscheidungen beteiligten und dafür verantwortlichen Professionellen diese Frage stellen und entsetzt sein, über die Folgen ihrer offensichtlich für das Kind falschen Entscheidungen, die nicht rückgängig zu machen sind. Entscheidungen getroffen wurden durch Fachkräfte und deren Leitungen in den verschiedenen ASDs, Familiengerichten, Ärzten, Anwälten, seitens der Pflegemutter, der Kita und vielen mehr. Für alle diese Beteiligten besteht ein großer Bedarf an Aufklärung. Sie alle sind Akteure eines Systems, welches an einer oder mehreren Stellen falsch entschieden hat und solche Fehler in Zukunft vermeiden sollte.
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