Kinderschutz ist Risiko

Kinderschutz ist RisikoBereits im April 2016 hat der dbb hamburg, zusammen mit seiner Fachgewerkschaft DBSH (Deutscher Berufsverband für Soziale Arbeit), in einem mehrseitigen Schriftsatz versucht, die Gefahren und die Risiken des Kinderschutzes in Hamburg darzustellen.
Diese Darstellung hatte der dbb hamburg allen Mitgliedern des bürgerschaftlichen Familien-, Kinder- und Jugendausschusses übersandt. Auch die Medien wurden darüber in Kenntnis gesetzt (Kinderschutz und seine Risiken).
Am 24.05.2016 führte der dbb hamburg und der DBSH auf Grund des beschriebenen Schriftsatzes ein erstes Gespräch mit dem zuständigen Amtsleiter in der BASFI. Weiterlesen

Jahrestagung des dbb in Köln

Liebe Kollegen_innen,
ich hoffe, dass Ihr / Sie alle gut im neuen Jahr angekommen seid / sind.

Foto: Marco Urban

Foto: Marco Urban

Mittlerweile schon traditionell beginnt das neue „DBSH-Jahr“ für mich / uns mit der Jahrestagung des dbb in Köln. Das Thema der diesjährigen Jahrestagung „Herausforderung für die Demokratie – Politik contra Bürger?“ wurde in Teilen durch die Fragestellungen zur Situation der Flüchtlinge und deren notwendiger Unterstützung sowie den Problemen, die sich durch die fehlende Personalisierung in diesen Handlungsfeldern ergeben, überlagert.
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ASD – Ein erfolgreicher Dienst?!

Stellungnahme zum Fachtag ASD

Es wird viel geredet über den ASD. Vor allem dann, wenn alles schief gegangen ist. In Hamburg ist es in den letzten Jahren öfter schief gegangen. Was bleibt ist ein Arbeitsfeld, welches zutiefst verunsichert ist.

Das ist eine schlechte Ausgangslage, wenn man bedenkt, dass der ASD die Instanz ist, welche für den Kinderschutz in der Stadt einen großen Teil der Verantwortung trägt.

Da sich alle darüber einig sind, dass guter Kinderschutz nicht nur gewollt ist, sondern dass es eine absolute Notwendigkeit darstellt, dass gerade dieser sensible Bereich gut aufgestellt ist, verwundert es, dass trotz jahrelanger Diskussionen und zum Teil sehr teurer Versuche eine Verbesserung offenbar nicht eingetreten ist. Weiterlesen

Rote Karte Aktion des DBSH

Rote KarteWo immer soziale Leistungen wie Betreuung, Beratung, Bildung, Erziehung oder Pflege erforderlich werden, leisten gut ausgebildete, verantwortungsbewusste Profis aus sozialen, pädagogischen und pflegerischen Berufen unersetzliche Arbeit für die Gesellschaft und für die Menschen, die diese Leistungen nutzen.

Stets lauter werden die Rufe aus Politik und Wirtschaft nach Sparmaßnahmen auch im sozialen Bereich. Obwohl viele soziale Einrichtungen, Dienste und Organisationen effizient, engagiert und unbürokratisch arbeiten. Doch Träger und Behörden haben begonnen, auch dort zu sparen, wo der Kern ihrer sozialen Leistungsfähigkeit entsteht: Beim guten Fachpersonal.

Der Deutsche Berufsverband für Soziale Arbeit (DBSH) warnt in seiner „Saarbrücker Erklärung“ angesichts der fortgesetzten Kürzungen bei sozialen Leistungen und Diensten vor einer wachsenden Spaltung der Gesellschaft. Stattdessen fordert der Verband von der Politik ein wirkliches „Armutsbekämpfungskonzept“ und eine solidarische Beteiligung der Bezieher von höheren Einkommen und von Unternehmen an den Sozialkosten. Um dies durchzusetzen, müsse die Soziale Arbeit politischer werden, so der 1. Vorsitzende des DBSH, Michael Leinenbach: „Es ist ethische Verpflichtung der Profession sich für soziale Gerechtigkeit einzusetzen“.
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Die Berufsethik des DBSH ist online!

Kann es in einer pluralen Gesellschaft verbindliche ethische Grundprinzipien geben?
Über diese Frage wird eine strittige Theoriediskussion im Bereich der Sozialen Arbeit geführt.
Der DBSH hat sich bereits in den 1990er Jahren für bindende ethische Prinzipien in der Gesellschaft ausgesprochen. Drei der wichtigsten ethischen Grundprinzipien stehen im Vordergrund:

  • Achtung der Autonomie der Klientel
  • Gerechtigkeit
  • Solidarität

Da Soziale Arbeit aus ethischen Gründen eine Menschenrechtsprofession ist, leiten sich daraus die Berufsethik und die berufsethischen Prinzipien des DBSH ab. Im Laufe der Bestrebungen zur zunehmenden Professionalisierung der Sozialen Arbeit müssen Aufgaben und Funktion einer aktuellen Berufsethik neu definiert und auf veränderte Gesellschafts- und Praxisbedingungen angepasst werden.
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Tarifforderung für die Einkommensrunde 2015 steht!

ekr2015
Der dbb-Bundesvorstand, die dbb-Bundestarifkommission und die Grundsatzkommission für Besoldung und Versorgung haben in der heutigen gemeinsamen Sitzung folgende Eckpunkte für die anstehende Einkommensrunde 2015 einstimmig beschlossen:


Der dbb fordert:

  • Erhöhung der Tabellenentgelte (TV-L und TVÜ-Länder) um 5,5 Prozent,
    mindestens aber eine Erhöhung um 175,– €
  • Erhöhung der Ausbildungsentgelte (TVA-L BBiG und Pflege, TV Prakt-L)
    um 100 Euro
  • Laufzeit 12 Monate
  • Erhöhung des Nachtarbeitszuschlags in Krankenhäusern auf 20 %, wie für alle anderen Beschäftigten
  • Zeit- und inhaltsgleiche Übertragung der Tarifeinigung auf den Beamtenbereich
  • 30 Tage Urlaub für alle Auszubildenden
  • Dauerhafte Übernahme aller Auszubildenden im Länderbereich
  • Wegfall der sachgrundlosen Befristung
  • Schaffung einer Entgeltordnung für Lehrkräfte

In den Verhandlungen müssen weitere Punkte geklärt werden:

  • Verbesserungen bei der Übergangszahlung im Justizvollzugsdienst (§ 47
    TV-L)
  • Aufnahme von Verhandlungen zur Verbesserung der
    Eingruppierungsstruktur und zur Tarifpflege

Bezeichnenderweise findet die erste Verhandlungsrunde am Rosenmontag (16.02.2015) statt. Die zweite Verhandlungsrunde ist auf den 26./27.02.2015 terminiert und die dritte und hoffentlich letzte Verhandlungsrunde auf den 16./17.03.2015. Nun ist es an den öffentlichen Arbeitgebern, sich zu dieser Forderung zu äußern und ggf. ein tragfähiges Gegenangebot zu formulieren; dafür haben die öffentlichen Arbeitgeber jetzt 8 Wochen Zeit…….!!
In Hamburg wird es aller Voraussicht nach zumindest zwischen der zweiten und dritten Verhandlungsrunde zu Warnstreik-Aktionen kommen, sofern die Arbeitgeberseite ihre fast schon typische Verweigerungshaltung nicht aufgibt.
Dazu werden wir zu gegebener Zeit gesondert informieren.

gez. Rudolf Klüver, dbb-hh-info 18/2014 18.12.2014

Eine Stadt sieht rot!

Kinderschutz in Gefahr

Gut fünf Monate nach dem tragischen Tod der kleinen    Yagmur laufen in Hamburg Bemühungen auf   Hochtouren, den Kinderschutz zu verbessern.

Neben der Einrichtung des Parlamentarischen   Untersuchungsausschuss werden mit hoher Frequenz    neue Maßnahmen entwickelt, die das Ziel haben, einen     weiteren Fall Yagmur (Chantal, Lara-Mia, Kevin,   Jessica,…) zu verhindern. Aufbauend auf den   identifizierten Fehlern werden auf mehreren Ebenen   Verabredungen getroffen und neue Richtlinien entwickelt. Umgesetzt werden müssen diese in erster Linie durch die Fachkräfte in den Allgemeinen Sozialen Diensten (ASDs) der Jugendämter der sieben Hamburger Bezirke. So sollen die Fachkräfte in Zukunft noch mehr und noch verbindlicher als bisher mit anderen Diensten und Institutionen kooperieren. Zu nennen sind Familiengerichte, Kinderärzte, Rechtsmedizin, Kindertagesstätten, Staatsanwaltschaft und weitere. Fachliche Entscheidungen der SozialarbeiterInnen und SozialpädagogInnen der ASDs werden durch mehrere Ebenen hindurch kontrolliert, in Frage gestellt und /oder revidiert. Anforderungen an Dokumentation und Einhaltung aller Vorgaben werden schärfer als je formuliert und kontrolliert. Zusätzliche Ressourcen stehen bislang nicht zur Verfügung, wobei allseits bekannt ist, dass die ASDs schon jetzt am Rande des Kollapses stehen.

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Kinderschutz – eine Sau wird durchs Dorf getrieben

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Tragischerweise ist es in Hamburg am 18. Dezember 2013 wieder zum Tod eines Kindes gekommen.
Yagmur wurde offenbar von ihrem Vater so stark misshandelt, dass sie an den Folgen gestorben ist.
Natürlich stellt sich unmittelbar die Frage, warum Yagmur trotz laufender Ermittlungen gegen die Eltern an diese zurückgegeben wurde, nachdem sie die ersten zwei Lebensjahre bei einer Pflegefamilie lebte.

In der Nachschau werden sich die an den Entscheidungen beteiligten und dafür verantwortlichen Professionellen diese Frage stellen und entsetzt sein, über die Folgen ihrer offensichtlich für das Kind falschen Entscheidungen, die nicht rückgängig zu machen sind. Entscheidungen getroffen wurden durch Fachkräfte und deren Leitungen in den verschiedenen ASDs, Familiengerichten, Ärzten, Anwälten, seitens der Pflegemutter, der Kita und vielen mehr. Für alle diese Beteiligten besteht ein großer Bedarf an Aufklärung. Sie alle sind Akteure eines Systems, welches an einer oder mehreren Stellen falsch entschieden hat und solche Fehler in Zukunft vermeiden sollte.
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Die staatliche Schuldenbremse als politisch gewolltes Abbauprogramm sozialer Leistungen?

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Aus verschiedenen Studien und Veröffentlichungen können wir erfahren, dass die Armut in Deutschland stetig zunimmt. Diese „Armut“ ist gesellschaftlich breit gestreut und in den verschiedensten Gruppierungen anzutreffen.

Der vierte Armutsbericht 2013 bringt es an den Tag. Gleichzeitig veröffentlichen verschiedene Bundesländer weitere Studien und Armutsberichte, so Berlin, Bayern, Bremen, Thüringen, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz.

Spiegel online berichtet in seiner Ausgabe vom 06.03.13 über den vierten Armutsbericht „Die deutsche Wirtschaft brummt, die Zahl der Arbeitslosen schrumpft – doch jeder siebte Bürger ist von Armut bedroht. Nun belegt ein umstrittener Bericht der Bundesregierung die ungleiche Vermögensverteilung im Land.“ Von Armut bedroht sind unverändert zwischen 14 und 16 Prozent der Bundesbürger. Der Bericht zeigt weiter auf, dass die reichsten zehn Prozent der Haushalte über 53 Prozent des gesamten Nettovermögens. Die gesamte untere Hälfte der Haushalte besitzt dagegen nur gut ein Prozent.

Entsprechend des föderalen Systems der Bundesrepublik Deutschland fällt den Kommunen in deren Zuständigkeit zu, sich im Rahmen der Grundversorgung verstärkt in der Armutsbekämpfung zu engagieren. Weiterlesen