DBSH auf der Mitgliederversammlung der AGJ 2015

„Zusammenarbeit macht erfolgreich“ …

… so die bisherige und neue Vorsitzende der AGJ, Prof. Karin Böllert in der Rechenschaftslegung und Aussprache der Mitgliederversammlung am 16. 04. 2015 in Berlin.
Zur Neuwahl des Vorstandes steckte die AGJ ihre Arbeitsschwerpunkte bis 2018 ab. Ein breites Spektrum kommt da zusammen, so fassettenreich wie die Kinder- und Jugendhilfe selbst. Und doch wurde deutlich, dass bei der derzeitigen Ausstattung der AGJ nicht alles, was notwendig wäre, in Angriff genommen werden kann. So wird sich die AGJ in Ihren Strukturen vorrangig ausgewählten Themen und Projekten widmen. Näheres dazu und zum neuen Vorstand ist (demnächst) zu finden unter https://www.agj.de/ . Insgesamt acht Fachexperten bilden den Vorstand. Als zweite Vorsitzende werden auch in den nächsten drei Jahren Martina Reinhard und Mike Corsa die Geschäfte der AGJ in bewährter Weise mitgestalten.

agjSchwerpunkte sollen beispielsweise der Reformprozess des SGB VIII, ebenso wie die Umsetzung der Behindertenrechtskonvention sein. Wobei mehrfach betont wurde, dass die AGJ sich dafür einsetzt, dass an den bestehenden Rechtsansprüchen nicht gerüttelt wird. Bleibt abzuwarten, in wie weit dies auch auf das gegenwärtig häufig stattfindende Unterlaufen der Rechtsansprüche Einfluss hat.

Auch der nächste Deutsche Jugendhilfetag steht bereits schon nach drei Jahren wieder für 2017 an, diesmal in Düsseldorf. Es soll dafür ein „politisches“ Thema gefunden werden. Die Mitgliederversammlung verabschiedete neue Richtlinien für die Durchführung der zukünftigen Jugendhilfetage. Hoffen wir, dass dann nicht noch mehr Kosten auf die aktiven Beteiligten der Jugendhilfelandschaft abgewälzt werden, was einer Benachteiligung nicht nur der kleineren Organisationen gleichkäme, sondern auch die Beteiligungs- und Gestaltungsmöglichkeiten aller Träger einschränken würde.
Bemerkenswert war darüber hinaus, dass aus den Vorstandsreihen explizit gefordert wurde, die Unzufriedenheit und Kritik der Fachkräfte aus der Praxis vor Ort ernster zu nehmen und sie einzubeziehen. Diese Hinweise seien als ein wichtiges Signal anzusehen, dem nachgegangen werden müsse, wie beispielsweise den Protesten und Mahnwachen im Rahmen der Jugend- und Familienministerkonferenzen der letzten Jahre.
agj2Die AGJ hatte auch Gäste. So erschienen der Staatssekretär des BMFSFJ, Herr Dr. Ralf Kleindiek, sowie die Ministerin für Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie und derzeitige Vorsitzende der Familien und Jugendministerkonferenz, Frau Monika Bachmann. Die als Grußworte angekündigten Beiträge, glichen dann jedoch eher Rechenschaftsberichten ihrer jeweiligen Behörden und waren den meisten aus anderen Zusammenhängen bereits bekannt. Frau Ministerin Bachmann appellierte abschließend, den Umgang mit Flüchtlingen als eine wichtige fachpolitische, in erster Linie jedoch humanistische Aufgabe anzusehen. Dem wäre nichts hinzu zu fügen.
Leider war es dann, durch ihr vorzeitiges Verlassen der Veranstaltung nicht mehr möglich, sie zu fragen, warum sie als Vorsitzende der Familien- und Jugendministerkonferenz, das nächste Treffen der JFMK, in einer Region stattfinden lässt, die sowohl die Erreichbarkeit und damit auch die Kosten der Veranstaltung in die Höhe treiben dürfte. Oder sollten dadurch lediglich vermeintlich „ungewollte“ Besucher abgeschreckt werden?

In der anschließenden Aussprache ging es um viele organisatorische, finanzielle und fachbezogene Themen. Ein Außenstehender hätte auch annehmen können, in einer Diskussion über Markt- Finanz oder Verwaltungswirtschaft gelandet zu sein. Der Hinweis durch die Vertreterin des DBSH, Heidi BauerFelbel, dass es sich bei der Kinder- und Jugendhilfe doch in erster Linie um „Soziale Arbeit“ handeln würde, um Beziehungsarbeit, die bestimmten ethischen Prinzipien folgen müsse, wurde von der 1. Vorsitzenden erfreulich aktiv aufgenommen. Frau Prof. Böllert meinte, dass das Thema von seiner Bedeutung her in einer eigenen AG bearbeitet werden müsste. Ob das zustande kommt, bleibt abzuwarten. „Auf jeden Fall wird der DBSH dort gern mitarbeiten und erwartet in Anbetracht der Brisanz der aktuellen Situation in der Jugendhilfe, dass die AG noch in diesem Jahr gebildet werden wird…“ so Heidi Bauer-Felbel, Mitglied des Fachbereiches Kinder- und Jugendhilfe des DBSH.
Alles in allem lässt sich sagen, dass die Aktivitäten und das Engagement der AGJ sich sehen lassen können. Für die Zukunft bleibt abzuwarten, ob sie sich wieder mehr der Praxis vor Ort und der Profession „Soziale Arbeit“ zuwendet. Der DBSH wird durch seine Beteiligung in den verschiedenen AGJ-Gremien weiterhin engagiert dazu beitragen.

Verfasst von: Heidi Bauer-Felbel