Abschluss geschafft – Hartnäckigkeit zahlt sich aus!

dbb aktuell / Einkommensrunde 2015 / Nr. 12

Willi Russ erläutert das Ergebnis den Medien

Foto: Friedhelm Windmüller

„Ohne die tolle Unterstützung in der letzten Woche, als erneut bundesweit mehr als 100.000 Beschäftigte die Aktionen der Gewerkschaften unterstützt haben, wären die Verhandlungen heute hier in Potsdam mit hoher Wahrscheinlichkeit gescheitert“, zeigte sich Willi Russ über den spät am Abend des 28. März 2015 sichergestellten Kompromiss mit der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) erleichtert. Russ weiter: „Mit dem linearen Abschluss von durchschnittlich 4,61 Prozent halten wir Anschluss an die allgemeine Entwicklung, mit dem Einstieg in eine Entgeltordnung für Lehrkräfte haben wir tarifpolitische Handlungsfähigkeit auch in schwierigsten Fragen bewiesen und schließlich haben wir die Zusatzversorgung zukunftsfähig gehalten und bei einer Erhöhung der Eigenbeteiligung mögliche Leistungskürzungen verhindert.

Linear durchschnittlich 4,61 Prozent mehr!

DSC_8865Der ö‡ffentliche Dienst hält mit einem Abschluss von durchschnittlich 4,61 Prozent bei einer Laufzeit von zwei Jahren Anschluss an die allgemeine wirtschaftliche Entwicklung sowie den Status bei Bund und Kommunen in der Bundesrepublik. „Auch angesichts der niedrigen Inflation in unserem Land bleibt bei diesem Abschluss ein spürbarer Zugewinn bei unseren Kolleginnen und Kollegen“, wertet Russ den linearen Abschluss positiv. Die genauen Zahlen: Die Beschäftigten erhalten zum 1. März 2015 2,1 Prozent und ab 1. März 2016 2,3 Prozent (mindestens jedoch 75 Euro) mehr Geld. Der Zuschlag für Nachtarbeit in Krankenhäusern wird auf 20 Prozent – wie bereits im allgemeinen Teil – erhöht.

Auch Azubis proœtieren

Auszubildende erhalten zu den jeweiligen Zeitpunkten jeweils 30 Euro monatlich mehr. Die geltende Übernahmeregelung wird verlängert, außerdem erhalten sie einen zusätzlichen Urlaubstag.

Einstieg in eine Entgeltordnung für Lehrkräfte

Die mehr als 200.000 Lehrkräfte in Deutschland werden in Zukunft auf Basis einer tariflichen Entgeltordnung eingruppiert. Die Zeit der einseitigen Arbeitgeberrichtlinien ist vorbei. „Uns ist der Einstieg gelungen. Das Tarifgebäude ist zwar noch nicht komplett errichtet, aber das Grundgerüst steht“, erläuterte Russ den Abschluss, „aber auch, wenn wir uns ein besseres Ergebnis vorstellen können, bleibt festzuhalten: Es ist uns gelungen, die TdL aus ihrem Fuchsbau herauszulocken. In den fest verabredeten Verhandlungen werden wir Schritt für Schritt die Entgeltordnung komplettieren. Dieser Weg ist nunmehr unumkehrbar.“ Nach einem ersten Anpassungsschritt zum 1. August 2016 werden Höhe und Zeitpunkt der nächsten Annäherungsschritte Gegenstand zukünftiger Tarifverhandlungen sein.
IMG_3231

IMG_3225

Zukunft der Zusatzversorgung gesichert
Sonderzahlung Ost wird an Westniveau angeglichen

Die Zusatzversorgung wird auch in Zukunft wesentlicher Pfeiler der Altersvorsorge für Arbeitnehmer im ö‡ffentlichen Dienst bleiben. Einen Eingriff‡ in das Leistungsvolumen hat der dbb nicht zugelassen. Stattdessen haben wir uns mit der TdL auf eine Erhöhung der Eigenbeteiligung geeinigt. Gleichzeitig steigt im Abrechnungsverband West der VBL auch der Arbeitgeberbeitrag bei Bedarf entsprechend.

Da im Osten eine große Deckungslücke entstanden ist, muss dort auch der Beitrag von Arbeitnehmern und Arbeitgebern stärker steigen. Allerdings: Als Kompensation für diese Mehrbelastung konnte der dbb endlich durchsetzen, dass die Jahressonderzahlung Ost endlich an die Jahressonderzahlung West angepasst wird. Dies geschieht in fünf Schritten.

Einigung auf Landesbeamte übertragen:
zeit- und wirkungsgleich!

Wie jedes Jahr: In einer Tarifrunde kann nur für Tarifbeschäftigte verhandelt werden.
Doch Bezahlungsgerechtigkeit muss statusübergreifend gelten. Noch in Potsdam stellt Russ für den dbb klar: „Es darf nicht wieder dazu kommen, dass die meisten Länder sich an ihren Landes- und Kommunalbeamten gesundsparen wollen. Wir werden es nicht hinnehmen, wenn die gute Leistung der Beamtinnen und Beamten wieder mal mit Magerquark abgespeist werden soll.“

Große Zustimmung in der BTK!

„Ich bin froh über die breite Zustimmung zu diesem Kompromiss in unserer BTK“, zeigte sich Russ erleichtert, „ich will aber auch nicht wegdiskutieren, dass wir längst nicht alle unsere Ziele erreicht haben, dass wir gerade beim Thema Entgeltordnung Lehrkräfte einen Weg gewählt haben, der uns auch in den nächsten Jahren in die Verantwortung nimmt, und dass wir bei der Zusatzversorgung Zugeständnisse gemacht haben, weil wir das System unbedingt auf hohem Niveau zukunftssicher machen wollen. Aber ich bin zuversichtlich, dass es uns gelingt, den Wert des Abschlusses in die Mitgliedschaft zu kommunizieren.“

Weitere Infos zur Einkommensrunde 2015 finden Sie unter www.dbb.de/einkommensrunde2015. Die vorläufige Entgelt-Tabellen zur Einkommensrunde 2015 finden Sie hier. Zu den Themen Zusatzversorgung und Entgeltordnung Lehrkräfte hat der dbb zusätzlich ausführliche Flugblätter veröentlicht.

Der dbb hilft!

Unter dem Dach des dbb beamtenbund und tarifunion bieten kompetente Fachgewerkschaften
mit insgesamt mehr als 1,2 Millionen Mitgliedern den Beschäftigten des öffentlichen Dienstes und seiner privatisierten Bereiche Unterstützung sowohl in tarifvertraglichen und beamtenrechtlichen Fragen als auch im Falle von beruflichen Rechtsstreitigkeiten. Nur Nähe mit einer persönlich überzeugenden Ansprache jedes Mitgliedsschaft auch das nötige Vertrauen in die Durchsetzungskraft einer Solidargemeinschaft.

Der dbb beamtenbund und tarifunion weiß um die Besonderheiten im öffentlichen Dienst und seiner privatisierten Bereiche. Nähe zu den Mitgliedern ist die Stärke des dbb. Wir informieren schnell und vor Ort über www.dbb.de, über die Flugblätter dbb aktuell und unsere Magazine dbb magazin und tacheles.

Mitglied werden und Mitglied bleiben in Ihrer zuständigen Fachgewerkschaft von dbb beamtenbund und tarifunion – es lohnt sich!