Hoher Krankenstand in den Hamburger Behörden

dbb hamburg: Arbeitssituation der Beschäftigten immer dramatischer
 
Der heute in den Printmedien veröffentlichte Artikel zu den gestiegenen Krankenständen in den Hamburger Behörden lässt aufhorchen.
Insbesondere, wenn seitens des Senats auf die seelischen Belastungen der Beschäftigten verwiesen wird. Dabei bleibt ungeklärt, wie und wo diese seelischen Belastungen ihren Ursprung haben.
Für den dbb hamburg steht fest: Zunehmende staatliche Aufgaben bei gleichzeitigem Personalabbau erhöht den täglichen Arbeitsdruck immens, annähernd 1 Million Überstunden allein bei den Vollzugsdiensten und kaum Aussicht auf Beförderungen tragen nicht gerade zur Motivation der Beschäftigten bei.
„Viele Beschäftigte winken ganz einfach ab und sehen überhaupt keine Chance mehr vorwärts zu kommen. Gleichzeitig wird vom Senat auch bei den Tarifbeschäftigten eine jährliche Tarifsteigerung von höchstens 1,5 % festgeschrieben, die nicht einmal die Inflationsrate abdeckt; das führt zu Demotivation und nacktem Frust und ist ein eklatanter Eingriff in die Tarifautonomie. Wenn krankheitsbedingt ein Kollege bzw. eine Kollegin ausfällt, muss die Arbeit von den anderen getragen werden; und schon befindet man sich in einer verheerenden Abwärtsspirale,“ erklärt dazu der dbb Landesvorsitzende Rudolf Klüver die prekäre Situation in den Ämtern.
Neue Raumkonzepte, die zur Zeit entwickelt werden, haben direkten Einfluss auf die Arbeitsplätze. Für den einfachen Sachbearbeiter sollen z.B. in Zukunft 6 qm ausreichend sein; das sind Hamsterkäfige, aber keine adäquaten Arbeitsbedingungen.
„Da geht der Spaß und die Freude an der Arbeit völlig verloren. Kommt dann noch eine schwierige Situation im privaten Bereich hinzu, halten das die wenigsten Kolleginnen und Kollegen aus. Das Thema Gesundheitsprävention führt in Hamburg ein stiefmütterliches Dasein. Wenn immer wieder auf die sicheren Arbeitsplätze in öffentlichen Dienst verwiesen wird und in regelmäßigen Abständen Neiddebatten vom Zaun gebrochen werden, dann fragt man sich allen Ernstes, warum niemand auf die Idee kommt auch mal eine Lanze für die Beschäftigten im öffentlichen Dienst zu brechen. Das ständige Rumgehacke auf die Beschäftigten muss ein Ende haben und der Senat wäre gut beraten, endlich einmal ein Konzept zur Gesunderhaltung der Beschäftigten zu entwickeln. Ich ziehe meinen Hut vor der erstklassigen Arbeit der Kolleginnen und Kollegen,“ so Klüver abschließend.
Hamburg, 25.09.2012
V.i.S.d.P.  Rudolf Klüver Handy: 0151 46502803