12.April, 16:30 Uhr, Jungfernstieg: Wir sagen Nein zu den Kürzungen in der Offenen Kinder-, und Jugendarbeit

Am 12. April um 17:00 Uhr tagt im Hamburger Rathaus der Familien-, Kinder- und Jugendausschuss der Hamburgischen Bürgerschaft.

Er vertritt die Belange von Kindern, Jugendlichen und Familien in Hamburg, für die gerade massive Einsparungen in den Bereichen Offene Kinder- und Jugendarbeit, Jugendsozialarbeit und Förderung der Erziehung in der Familie vom Senat ab 2013 geplant werden.

Diese Entscheidung möchten die Nutzer_innen der Angebote, Pädagog_innen und andere verhindern. Deshalb findet von 16:30 bis 17:00 Uhr eine Kundgebung auf der Reesendammbrücke am Jungfernstieg statt.

Erwartet werden zahlreiche Menschen aus ganz Hamburg, die sich für eine kinder-, jugend-, und familienfreundliche Stadt Hamburg einsetzen: laut und in Orange!

Bauspielplätze, Kinder- und Familienzentren, Spielhäuser, Jugendclubs, Häuser der Jugend, Mütterzentren und Beratungseinrichtungen: Genau jene Angebote also, die direkt in den Quartieren und Stadtteilen liegen und für AnwohnerInnen, für Kinder, Jugendliche und Familien schnell und einfach erreichbar sind, sollen ab 2013 massiv zurückgefahren werden.

Um insgesamt 3,5 Millionen Euro will der Hamburger Senat die Gelder für diese bezirkliche Arbeit kürzen; eine annähernd gleich hohe Summe soll noch im Bereich der überregionalen Förderung und bei den kommunalen Einrichtungen gekürzt werden. Das Kürzungsvolumen läge dann bei rund 7 Millionen Euro. Dabei wird seitens des Senates so getan, als ob es sich bei diesen Angeboten um freiwillige Leistungen handeln würde, die man eigentlich gar nicht finanzieren müsste.

Das ist eindeutig falsch! Für die Einrichtungen der Offenen Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und Familien besteht eine gesetzliche Förderungspflicht seitens des Hamburger Senates!!!

Kinder und Jugendliche brauchen Freiräume, wo sie sich:

  • unkompliziert und selbstbestimmt treffen könnten,
  • in denen sie sich selbst erproben können,
  • in denen sie soziale Kompetenzen wie Konfliktfähigkeit
    etc. lernen können,
  • in denen sie direkt und unmittelbar an der Ausgestaltung
    der Aktivitäten beteiligt sind,
  • in denen sie verlässliche AnsprechpartnerInnen vorfinden,
  • in denen sie Mensch sein können, Wertschätzung
    erfahren und die so einen notwendigen Beitrag zu einem
    gelingenden Aufwachsen bieten.

Auch die von Politik und Senat wiederholt geforderte Zusammenarbeit von Jugendarbeit und Schule braucht verlässliche und langfristige finanzielle und personelle Rahmenbedingungen. Der Wegfall bzw. die Einschränkung der Jugendarbeit reduziert die Möglichkeiten des Aufbaus fachlich sinnvoller Arbeitszusammenhänge und die Entwicklung gemeinsamer, neuer Bildungsinhalte- und formen.

Für viele Eltern in den Stadtteilen werden diese Kürzungen massive Einschränkungen zur Folge haben. Der unkomplizierte Zugang zu Unterstützungsangeboten wie Kinder- und Familienzentren und anderen niedrigschwelligen Angeboten im Stadtteil (beispielsweise SAE) sowie
die damit verbundenen Beratungs- und Treffmöglichkeiten in der Nachbarschaft und im Nahraum würden wegfallen.

Der in Zusammenhang mit den Kürzungen vom Senat ins Spiel gebrachte Ausgleich der wegfallenden Gelder durch Mittel aus dem Programm der Sozialräumlichen Hilfen und Angebote (SHA) hält einer näheren Betrachtung nicht stand:
Bei der Umsetzung dieses Programms wurde immer der Erhalt bzw. sogar der Ausbau der Infrastruktur und nicht deren finanzielle Kürzung vorausgesetzt! Sozialräumliche Angebote sollten das Handlungsspektrum dieser Einrichtungen offensiv erweitern, damit sie in die Lage versetzt werden, Familien, Kindern und Jugendlichen bei Bedarf auch intensivere Unterstützungen anbieten zu können. Gleichzeitig sollten dem ASD erweiterte Handlungsoptionen an die Hand gegeben werden. Einer solchen Ausrichtung als Ergänzung haben sich die Fachkräfte der Offenen Arbeit nie verweigert.
Mit der massiven Kürzung und drohenden Zerschlagung von Einrichtungen der OKJA, der Familienförderung und der Sozialräumlichen Angebotsentwicklung wird das SHA-Programm scheitern; das eine kann ohne das andere nicht erfolgreich funktionieren.

Wir fordern den Hamburger Senat auf, die beabsichtigten Kürzungen in vollem Umfang zurückzunehmen und zukünftig für eine nachhaltige und verbindliche Absicherung der Arbeitsfelder Sorge zu tragen!

Weitere Informationen finden Sie auf der Internetseite des Netzwerk Offene Kinder und Jugendarbeit – www.Nokija.de

V.i.S.d.P.: Conny Fiedler, Hamburg