Neue Runde neues Glück – Bessere Bezahlung der Angestellten im ASD?

Die Spatzen pfeifen es von den Dächern. Nachdem in der aktuellen Tarifrunde eine neue Eingruppierung der Mitarbeiter im ASD ausgespart wurde, wird in Hamburg derzeit um eine eigenständige Lösung gerungen. Angestoßen vom Vernetzungstreffen der Mitarbeiter im ASD wurde reichlich Druck auf die Politik ausgeübt. Hinzu kommt eine Fluktuation, die Ihresgleichen sucht und Probleme die ausgeschriebenen Stellen angemessen zu besetzen. Selbst auf unbefristete Stellen gibt es häufig kaum mehr als eine Handvoll Bewerber. Viele verlassen den ASD innerhalb kurzer Zeit wieder, weil die Fallbelastung zu hoch, die Bezahlung zu schlecht und die psychische Belastung ohne Supervision unerträglich ist. Scheinbar wurde nun von den zuständigen Stellen eingesehen, dass es so nicht mehr weiter geht und es wird verhandelt!

Mal davon abgesehen, dass Soziale Arbeit sowieso unter Wert bezahlt wird, kommt es innerhalb der Verwaltung zu einem starken Ungleichgewicht. Darauf wurde seitens Herrn Rietz, dem Leiter der Fachbehörde für Jugend- und Familienhilfe, bereits auf dem ASD-Kongress hingewiesen. Er sagte damals, dass E11 die für die Tätigkeit die angemessene Stufe sei.

Bereits im Dezember 2010 hat der DBSH-Hamburg daraufhin Stellung bezogen und Forderungen aufgestellt, die nicht nur eine bessere Bezahlung vorsehen. Aber lesen sie selbst:

  • Eingruppierung aller Mitarbeitenden im ASD auf TV-L E11!
  • Deckelung des Fallaufkommens auf maximal 30 Fälle und Schaffung der entsprechenden personellen Ressourcen!
  • Angemessene räumliche Ausstattung aller ASD-Abteilungen, hierzu gehören Einzelbüros für alle Mitarbeiter, die der Intimität und Intensität der Arbeit entsprechen!
  • Die Wahrung der Menschenwürde ist das oberste Arbeitsprinzip!
  • Definition und Weiterentwicklung von fachlichen Standards. Dies erfordert die regelmäßige Weiterbildung und Schulung aller Fachkräfte!
  • Regelmäßige Gruppen-, Fall- und Einzelsupervision für alle Mitarbeitenden im ASD!
  • Initiierung, Aktivierung, Mitwirkung, Überprüfung neuer und bereits bestehender Netzwerke als Regelaufgabe des ASD. Diese sollen für die Klienten Nutzbar sein!
  • Der ASD braucht mehr Ansehen in der Öffentlichkeit und braucht hierfür Unterstützung durch Kommunal- und Landespolitik!
  • Konstruktiver Austausch der Hochschulen mit dem ASD. Ziel ist einerseits das Interesse am Arbeitsfeld bei den Studierenden zu wecken und andererseits die Möglichkeit zu bekommen, das Arbeitsfeld ASD wissenschaftlich zu reflektieren!

Für den Landesvorstand

Florian Wolff