DBSH auf dem ASD-Bundeskongress in Hamburg

Vom 24.11. – 26.11.2010 fand in Hamburg der ASD-Bundeskongress statt.

Der DBSH war Mitveranstalter des Kongresses, der unter dem Motto “Anspruch und Alltag verbinden – der Super-ASD” stand. Etwa 300 Teilnehmende hatten sich versammelt, um drei Tage darüber zu diskutieren, wie sich der ASD in der heutigen Zeit unter den Anforderungen von knappen Ressourcen und hohen Ansprüchen an die Mitarbeitenden behaupten kann und soll.

Bereits in einer ersten Diskussionsrunde, an der Vertreter aus Politik, Behörden und Verbänden teilnahmen, konnte Michael Böwer (Fachbereichsleiter Kinder- und Jugendhilfe) für den DBSH
die Forderung nach einem angemessenen Gehalt für die Sozialarbeitenden im ASD stellen.

Am zweiten Tag fand parallel zu diversen Workshops ein Markt der Möglichkeiten statt, bei dem auch der DBSH mit einem Stand vertreten war. Im Rahmen dieser Veranstaltung fand ein sehr guter Austausch zwischen den Vertretern des DBSH mit Kongressteilnehmern und Vertretern aus Behörden und Wissenschaft statt. Besonders hervorzuheben ist hierbei der Eindruck, dass der DBSH einen hohen Stellenwert in der Vertretung der Sozialarbeiter genießt und die beiden DBSH-Vertreter Andreas Pilot und Florian Wolff (beide Hamburg, siehe Foto) am Stand mehrfach gebeten wurden, dass der DBSH noch häufiger Stellung zu Themen der Sozialen Arbeit bezieht. Es war allerdings auch zu beobachten, dass gerade unter den jungen Sozialarbeitenden der DBSH eher unbekannt war. Als Fazit sollte hieraus eine stärkere Präsenz an den Hochschulen gezogen werden.

Eindrucksvoll war am letzten Tag bei der Abschlussrunde die Forderung von Uwe Rietz, dem Leiter des Fachamtes für Jugend- und Familienhilfe in Hamburg, dass die Mitarbeitenden im ASD nach TV-L Stufe 11 bezahlt werden sollten. Diese Stufe zeige ein interner Vergleich mit Stellen, bei denen die Mitarbeitenden eine ähnliche Verantwortung in anderen Teilen der Verwaltung haben. Der Landesverband Hamburg bedankt sich ausdrücklich für diese Aussage und schließt sich dieser Forderung an.

Alles in allem war der Bundeskongress eine gute Veranstaltung mit mehr oder weniger interessanten Vorträgen, aus denen hervorging, dass die Zeit des „Super-ASD noch kommen wird“ (so Prof. Thiersch). Dafür müssen Ressourcen und Netzwerke geschaffen werden, die derzeit nicht vorhanden sind. Die Mitarbeitergewinnung ist zurzeit schwierig, da Verantwortung und Bezahlung eine große Diskrepanz aufweisen. Die zeitlichen Ressourcen Netzwerke zu schaffen gehen in dem täglichen Fallgeschehen unter. Zudem müssen die fachlichen Standards der Mitarbeitenden kontinuierlich durch Fortbildungen erweitert werden. Die Erkenntnis aus einer der vorgestellten Studien war, dass fachliche Sicherheit im Handeln eindeutig zum positiven Fallverlauf beiträgt.

Als Konsequenz daraus ergeben sich für den Landesverband Hamburg für den ASD in Hamburg folgende Forderungen:

  • Eingruppierung aller Mitarbeitenden im ASD auf TV-L E11!
  • Deckelung des Fallaufkommens auf maximal 30 Fälle und Schaffung der entsprechenden personellen Ressourcen!
  • Angemessene räumliche Ausstattung aller ASD-Abteilungen, hierzu gehören Einzelbüros für alle Mitarbeiter, die der Intimität und Intensität der Arbeit entsprechen!
  • Die Wahrung der Menschenwürde ist das oberste Arbeitsprinzip!
  • Definition und Weiterentwicklung von fachlichen Standards. Dies erfordert die regelmäßige Weiterbildung und Schulung aller Fachkräfte!
  • Regelmäßige Gruppen-, Fall- und Einzelsupervision für alle Mitarbeitenden im ASD!
  • Initiierung, Aktivierung, Mitwirkung, Überprüfung neuer und bereits bestehender Netzwerke als Regelaufgabe des ASD. Diese sollen für die Klienten Nutzbar sein!
  • Der ASD braucht mehr Ansehen in der Öffentlichkeit und braucht hierfür Unterstützung durch Kommunal- und Landespolitik!
  • Konstruktiver Austausch der Hochschulen mit dem ASD. Ziel ist einerseits das Interesse am Arbeitsfeld bei den Studierenden zu wecken und andererseits die Möglichkeit zu bekommen, das Arbeitsfeld ASD wissenschaftlich zu reflektieren!

Gez.: Der Vorstand des Landesverbandes Hamburg